Update: Der KI-Trainer in trace, wie er funktioniert und was er nicht macht
Kein generischer Chatbot, sondern ein Trainer mit vollem Kontext zu deinen Werten. Was der KI-Trainer kann und was bewusst nicht.
Seit ein paar Wochen ist der KI-Trainer in trace produktiv. Höchste Zeit, einmal aufzuschreiben, was er kann, was er bewusst nicht macht und warum das so gewollt ist.
Was ist anders als bei einem normalen ChatGPT?
Der entscheidende Unterschied: der KI-Trainer in trace startet jede Antwort mit deinem vollen Trainingskontext. Er kennt:
- deine aktuelle Critical Power und W',
- deinen aktuellen TSB, CTL und ATL,
- deine letzten 14 Aktivitäten mit allen relevanten Werten,
- dein Profil mit Gewicht, Sportart und Saisonzielen,
- deine Herzfrequenz- und Leistungszonen.
Das heißt: wenn du fragst „Was sollte ich morgen machen?", bekommst du keine generische Antwort, sondern eine konkrete Empfehlung, die zu deinem aktuellen Zustand passt.
Beispiele für Fragen, die wirklich gut funktionieren
- „Mein TSB ist gerade −22. Soll ich heute trainieren oder Pause machen?"
- „Plane mir die nächsten 7 Tage mit Fokus auf VO2max."
- „Warum war meine Aerobic Efficiency in der letzten Einheit so schlecht?"
- „Wie sollte mein Taper für das Rennen am 14. Juni aussehen?"
- „Ich habe 5 kJ/kg in der ersten Stunde, passt das für ein 4-Stunden-Endurance?"
Was er bewusst nicht macht
Diagnosen ohne Datengrundlage. Wenn du fragst „Bin ich übertrainiert?", antwortet der Trainer nicht mit Bauchgefühl. Er rechnet mit deinen TSB- und EF-Verläufen und sagt explizit, was die Daten hergeben und wo sie aufhören.
Medizinische Aussagen. Bei Symptomen wie ungewöhnlich hohem Ruhepuls, anhaltender Müdigkeit oder Schmerzen verweist er konsequent auf ärztliche Abklärung. Eine KI ersetzt keinen Sportmediziner, und das soll sie auch nicht.
Marketing-Sprache. Keine Floskeln wie „Push your limits!" oder „Crush this workout!". Der Trainer ist sachlich, präzise und auf Deutsch, passend zum Rest der Plattform.
Was technisch dahintersteht
Unter der Haube läuft Claude (Anthropic). Bei jeder Anfrage wird ein strukturierter Snapshot deiner Trainingsdaten zusammengestellt und mit deiner eigentlichen Frage an das Modell geschickt. Gespräche bleiben pro Session erhalten, sodass du Folgefragen stellen kannst, ohne den Kontext jedes Mal neu zu erklären.
Was wir nicht machen: deine Trainingsdaten an OpenAI, Google oder andere Drittanbieter weitergeben. Die Anbindung läuft direkt über Anthropic, deine Aktivitätsdaten bleiben in unserer Supabase-Instanz.
Was als nächstes kommt
Drei Punkte stehen oben auf der Liste:
- Automatische Post-Workout-Reviews: direkt nach dem Sync schreibt dir der Trainer eine Einschätzung. Was lief gut, was war auffällig, wie passt die Einheit in den Wochenplan.
- Saisonplanung mit Zielereignis: du gibst Datum und Distanz ein, der Trainer baut einen periodisierten Plan mit Belastungs- und Recovery-Wochen.
- Race-Readiness-Score: eine Zahl zwischen 0 und 100, die deine Bereitschaft für ein konkretes Zielereignis aus CP, TSB und Trainingsverlauf ableitet, mit klaren Empfehlungen, wenn der Score zu niedrig ist.
Probier es aus
Im Dashboard findest du den KI-Trainer in der Seitenleiste unter „Mein Trainer". Wenn du ihn zum ersten Mal nutzt, empfehle ich: stell ihm eine ganz konkrete Frage zu deiner letzten Einheit. Du wirst schnell merken, ob die Antworten dir helfen oder ob du dir mehr Tiefe wünschst. Beides ist wertvolles Feedback.